EZB senkt Leitzins auf 0% – welche Auswirkungen hat dies auf die Tagesgeldkonten?
Am Donnerstag, den 10. März 2016 verkündete die EZB überraschend, dass der Leitzinssatz auf 0% gesenkt wird und damit so niedrig, wie es noch nie der Fall gewesen ist. Gleichzeitig wurden die Strafzinsen für Banken erhöht, die ihre Gelder bei der EZB parken und nicht in Form von günstigen Krediten weitergeben. Ebenso wurde das Anleihenprogramm ausgedehnt, so dass nun jeden Monat Anleihen im Wert von 80 Milliarden Euro aufgekauft werden. Dies soll die Eurozone weiter stabilisieren.
Für Sparer sind die Nachrichten eher weniger positiv zu sehen, denn wenn die Banken selbst nur geringe, oder gar keine Zinsen bekommen, bzw. zahlen müssen, geben sie in der Regel auch nur sehr geringe Zinssätze an die Tagesgeldkunden weiter. Das Tagesgeldkonto bleibt jedoch gerade wegen seiner Flexibilität und Sicherheit eines der beliebtesten Sparkonten in Deutschland und wird von vielen Banken z.B. mit Aktionszinsen beworben.
Direktbanken senken Tagesgeldzinsen nach EZB Zinsentscheid
Kurz nachdem die EZB am Donnerstag bekannt gegeben hat, dass der Leitzins gesenkt wird, haben zahlreiche Banken in Deutschland sowie auf europäischer Ebene den Tagesgeldzinssatz für ihre Kunden nach unten angepasst.
Bereits vor der Bekanntgabe der niedrigeren Leitzinsen senkte die AKbank ihren Zinssatz von 0,55% p.a. auf 0,45% Zinsen p.a. beim Tagesgeldkonto in der Online Version. Beim normalen Tagesgeldkonto wurde der Zinssatz von 0,45% auf 0,35% angepasst.
Kurz nach der Bekanntgabe der niedrigeren Leitzinsen durch die EZB wurden am darauf folgenden Tag bei einigen Banken direkt die Zinsen gesenkt. Bei der Consorsbank wurde der Zinssatz am 11. März von 0,30% auf 0,20% Zinsen p.a. für ein Guthaben von bis zu 250.000 Euro gesenkt. Auch das Guthaben oberhalb von 250.000 Euro wird nun niedriger verzinst und die Kunden erhalten hier statt bisher 0,20% Zinsen p.a. nur noch 0,10% Zinsen p.a. gutgeschieben.
Neben der Consorsbank hat auch die Yapi Kredi Bank auf den Niederlanden am 11. März reagiert und den Zinssatz deutlich gesenkt. Bisher lag der Zinssatz nominal bei 0,996%, jetzt liegt er bei nominal 0,798% und damit ebenfalls deutlich niedriger.
Bei der Comdirect Bank, der online Tochter der Commerzbank sowie gleichzeitig einer der bekanntesten und größten deutschen Direktbanken wurde am 11. März ebenfalls der Zinssatz für das Produkt „Tagesgeld PLUS“ deutlich gesenkt. Für ein Guthaben in Höhe von bis zu 10.000 Euro gibt es statt 0,10% nun nur noch 0,05% Zinsen p.a. gutgeschrieben und für höhere Guthaben statt 0,05% jetzt nur noch 0,01% Zinsen pro Jahr.
Wie können Anleger den niedrigen Tagesgeldzinsen vorbeugen?
Es gibt zahlreiche Banken, bei denen in den kommenden Tagen und Wochen wahrscheinlich der Zinssatz für das Tagesgeldkonto gesenkt wird. Bedingt durch die niedrigen Leitzinsen durch die EZB sind viele Banken gezwungen, diesen niedrigen Zinssatz an ihre Kunden weiterzugeben. Fakt ist, dass die Tagesgeldkonten sehr flexibel sind und der Zinssatz jeden Tag gesenkt werden kann. Auf der anderen Seite kann er aber auch genauso gut jeden Tag angehoben werden.
Es ist möglich, dass die Tagesgeldkunden jetzt verstärkt auf Zinsangebote achten, bei denen Neukunden einen Zinssatz für einen gewissen Zeitraum festgeschrieben bekommen. Innerhalb dieser Zeit ist es dann nicht möglich, dass der Tagesgeld Zinssatz für ihr Konto gesenkt wird. Bei einigen Banken gibt es entsprechende Neukundenangebote mit einer Zinsgarantie. Alternativ ist es möglich, dass statt Tagesgeldern auch Festgeldkonten eröffnet werden können, bei denen der Zinssatz über eine lange Laufzeit gesichert wird.